Holocaustgedenktag – Gemeinsames Gedenken am Gleis 17

27.01.2026 – Am 27. Januar 1945 wurde das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau befreit. Aus diesem Anlass haben heute Vormittag der Berliner Fußball – Verband, Hertha BSC, der 1. FC Union Berlin und MANEO mit Mitgliedern seines Beirates Blumen und Kränze am Gleis 17 niedergelegt und eine Schweigeminute abgehalten. Gedacht wurde den verfolgten, deportierten und ermordeten Menschen im Nationalsozialismus. Ab Herbst 1941 waren von hier 10.000 deutsche Juden in Arbeits- und Konzentrationslager deportiert und größtenteils ermordet worden.

Noch immer wird propagiert, Fußball müsse politisch neutral sein, auffällig oft gerade dann, wenn sich Fans gegen Rassismus, Antisemitismus oder LSBTIQ+ -Feindlichkeit engagieren. Das schafft aber gerade Raum für diejenigen, die gesellschaftliche Vielfalt abschaffen und ihre antidemokratischen Überzeugungen durchsetzen wollen. Die Geschichte lehrt uns, dass sich der Fußball und ganz allgemein der Sport gegen die Vereinnahmung durch Antidemokraten wehren müssen. Sport kann niemals unpolitisch sein, wenn er den eigenen Prinzipien treu sein will:  Was im Sport zählt, sind Leistungen, Sport ist zugänglich für alle, unabhängig von Herkunft, Glauben, Geschlecht oder sexueller Orientierung. Fußball und Sport insgesamt tragen eine große Verantwortung in unserer Gesellschaft, demokratische Werte zu verteidigen, zu fördern und zu leben – und immer eine klare Haltung zu zeigen.

Lala Süsskind, Vorstandsvorsitzende des Jüdischen Bildungswerk für Demokratie und gegen Antisemitismus, Mitglied des Circle of Friends und Beiratsmitglied von MANEO betonte, dass es nicht ausreiche, nur zu wiederholen ‚Nie wieder!‘. „Engagement muss sich stets im Alltag an Taten beweisen“. Christian Arbeit, Mitglied des Präsidiums vom 1. FC Union Berlin, warnte angesichts der erneuten Zunahme von Antisemitismus und Rechtsextremismus: „Es fällt nicht vom Himmel. Es sickert ein, ganz allmählich.“ Hertha-Geschäftsführer Dr. Peter Görlich führte hierzu weiter aus, dass nur das tägliche Engagement helfe, sich gegen demokratiefeindliche Tendenzen zu wehren. Das Vertrauen in unsere Demokratie „müssen wir uns alltäglich, aber gerade heute, vor Augen halten und stärken“. Zu den Rednern gehörte auch Bernd Schultz, Präsident des Berliner Fußball – Verband, der daran erinnerte, wie wichtig es ist, junge Menschen in die Erinnerungskultur einzubinden. „Denn sie werden später Verantwortung übernehmen, worin wir sie heute stärken müssen.“

An der Veranstaltung nahmen zahlreiche Gäste teil, unter ihnen S.E. Jiří Čisttecký, der Botschafter der Tschechischen Republik, Iwona Jakuszko-Dudka, die stellvertretende Leiterin der Botschaft der Republik Polen, Thomas Härtel, ehem. Staatssekretär in der Berliner Senatsverwaltung für Inneres und Sport, René Powilleit, LSU-Landeschef und Sandra Khalatbari (MdA), CDU-Fraktion, Vertreter der Schwarzkopf-Stiftung und Schulklassen , u.a. von der Sekundarschule Wilmersdorf und des Inge-Deutschkron-Gymnasiums.