Grindr-Serientäter zu fünf Jahren Haft verurteilt

Berlin, 18. Juni 2026 – Nach drei Verhandlungstagen hat das Landgericht Berlin den 20-jährigen Angeklagten Daniel F. am Mittwoch zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er über die Dating-App Grindr gezielt sieben schwule Männer in Fallen gelockt, misshandelt, gedemütigt und anschließend ausgeraubt hatte.

Nach den Feststellungen der zuständigen Strafkammer beging der Angeklagte die Taten zwischen Oktober und Dezember 2025 innerhalb eines Zeitraums von rund sechs Wochen gemeinsam mit einem weiteren Beschuldigten, der bislang nicht gefasst werden konnte. Die Opfer wurden gezielt an Tatorte gelockt und dort unter Waffengewalt zur Herausgabe von Bargeld, Mobiltelefonen, Wertgegenständen und Bankdaten gezwungen. Darüber hinaus überwiesen die Täter mithilfe der Mobiltelefone ihrer Opfer Geld auf ein fremdes PayPal-Konto.

Während der Überfälle wurden die Geschädigten wiederholt gedemütigt und misshandelt. So beschimpften die Täter ihre Opfer unter anderem als „Schwuchteln“ und bezeichneten sie als „pädophil“. In einem Fall wurde ein Opfer gezwungen, sich in einem Video selbst als „Schwanzlutscher“ zu bezeichnen. In einem weiteren Fall musste ein Geschädigter ein Vogelskelett in den Mund nehmen und darauf kauen. Die Betroffenen – die jüngsten waren 20 und 24 Jahre alt – leiden bis heute unter den psychischen Folgen der Taten.

Mit dem Urteil folgte das Gericht im Wesentlichen der Forderung der Staatsanwaltschaft, die eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren und drei Monaten beantragt hatte. Die Verteidigung, die auf eine Strafe von zweieinhalb Jahren plädiert hatte, prüft nach eigenen Angaben eine Revision. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Erneuter Anstieg LSBTIQ+-feindlicher Hasskriminalität in Deutschland

Die Politisch motivierte Kriminalität (PMK) in Deutschland hat laut aktuellem Jahresbericht des Bundeskriminalamts (BKA) mit 85.837 registrierten Straftaten einen neuen Höchststand erreicht. Innerhalb von zehn Jahren hat sich die Zahl der Delikte mehr als verdoppelt. Neben einer tatsächlichen Zunahme könnte auch ein verändertes Anzeigeverhalten zu dieser Entwicklung beigetragen haben.

Besorgniserregend bleibt die hohe Gewaltbereitschaft: Die Zahl politisch motivierter Gewalttaten stieg auf 4.156 Fälle (+1,2 Prozent). Dazu zählen unter anderem Körperverletzungen, Brand- und Sprengstoffdelikte sowie Landfriedensbruch. Als wesentliche Treiber von Radikalisierung nennt BKA-Präsident Holger Münch soziale Medien, über die Hass, Hetze und Propaganda verbreitet werden.

Besorgniserregend bleibt die Zunahme an Hasskriminalität. Das BKA registrierte 22.159 Straftaten (2024: 21.773). Darunter fallen unter anderem fremdenfeindliche, antisemitische, frauenfeindliche sowie LSBTIQ+-feindliche Delikte.

Unter dem Themenfeld „Sexuelle Orientierung“ wurden 2.070 Delikte erfasst (2024: 1.765), im Bereich „geschlechtsbezogene Diversität“ 1.294 Fälle (2024: 1.152). Aufgrund von Überschneidungen können die Zahlen nicht addiert werden.

Die Entwicklung deutet darauf hin, dass mehr Betroffene Straftaten anzeigen – eine grundsätzlich positive Tendenz. Gleichzeitig bleibt die hohe Zahl homosexuellenfeindlicher und queerfeindlicher Delikte alarmierend. Rund ein Viertel aller erfassten Fälle stammt weiterhin aus Berlin. Kritisch bewertet MANEO, dass viele Bundesländer Hasskriminalität gegen LSBTIQ+ offenbar weiterhin nicht mit derselben Intensität und Wirksamkeit verfolgen. Zudem geht das BKA von einer erheblichen Dunkelziffer aus: Schätzungen zufolge werden rund 90 Prozent aller Angriffe nicht angezeigt.

Überfall auf schwule Männer im Cruising-Gebiet Volkspark Friedrichshain

Am 22. Mai 2026 kam es kurz nach Mitternacht im Volkspark Friedrichshain erneut zu einem mutmaßlich schwulenfeindlichen Angriff auf Besucher des dortigen Cruising-Gebiets. Ein Zeuge fand einen verletzten 45-jährigen Mann in der Nähe der Büschingstraße und alarmierte die Polizei. Der Mann erlitt erhebliche Gesichtsverletzungen und wurde ins Krankenhaus gebracht.

Nach bisherigen Erkenntnissen geht die Polizei von einem organisierten Angriff durch eine Gruppe von etwa 10 bis 15 Jugendlichen oder Heranwachsenden aus. Zeugenaussagen zufolge bewegte sich die Gruppe gezielt durch das Areal, teilweise mit Taschenlampen, trieb Personen aus den Gebüschen auf Wege und Straßen und griff mehrere Männer körperlich an. Beim Eintreffen der Polizei waren die Tatverdächtigen bereits geflüchtet.

MANEO ruft Zeugen dazu auf, sich mit Hinweisen über jüngste Beobachtungen an die Polizei zu wenden: LKA535-Hinweis@polizei.berlin.de oder auch MANEO zu melden: www.maneo.de/report.

Feierliche Urkundenverleihung und Regenbogenkuchenanschnitt bei der Polizei Berlin

Charlottenburg, 19.05.26 – Gestern erhielten im Mosaiksaal der Polizei Berlin 86 Multiplikatorinnen und Multiplikatoren der Themenbereiche interkulturelle Aufgaben und LSBTIQ ihre Zertifizierungsurkunden. Diese Angehörigen der Polizei Berlin haben in den letzten Monaten unterschiedliche Module eines extra für sie geschaffenen Basislehrgangs besucht. Hierin wurden sie u.a. speziell hinsichtlich ihrer Diversitykompetenzen und Themen der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit geschult.

Im zweiten Veranstaltungsteil wurde ein Regenbogenkuchen im Rahmen der Kiss Kiss-Wahrnehmungskampagne von MANEO-Leiter Bastian Finke, den kommissarischen Leiter der Landespolizeidirektion, Roman Seifert und den Patisseur des Westin Grand Berlin, Nick Rieth, angeschnitten.

Der Kiss Kiss Berlin-Regenbogenkuchen war vom Hotel THE WESTIN GRAND BERLIN an MANEO gestiftet worden. Danke an das Hotel für die großartige Unterstützung!

Luftballons und Regenbogenkuchen am Nollendorfplatz

Anlässlich des Internationalen Tages gegen Homo-, Bi-, Inter-, Trans* und Queerfeindlichkeit feierte MANEO gemeinsam mit Unterstützer*innen aus der Politik und Zivilgesellschaft den IDAHOBIT im Herzen des Regenbogenkiez am Nollendorfplatz.

Schöneberg, 17.05.26 – Der Bürgermeister von Tempelhof-Schöneberg, Jörn Oltmann, eröffnete die Veranstaltung mit einem Grußwort. Er betonte die Vielfalt der Liebe und wies darauf hin, dass es in der Verantwortung unserer Zivilgesellschaft liegt, diese zu schützen.

Bastian Finke erinnerte daran, dass die Bedrohungslage für LSBTIQ+ sowohl in Berlin und Deutschland als auch in Europa und weltweit zunimmt. Für Berlin hatte der letzte Berliner Verfassungsschutzbericht deutlich vor der zunehmenden Bedrohung von Rechts und durch radikale Islamisten gewarnt. Umso wichtiger sind Netzwerke in die breite der Gesellschaft hinein, eben „Gay-Straight-Alliances“, um unsere freiheitlich-demokratischen Werte vor Extremist*innen jeglicher Couleur zu schützen.

Seyran Ateş übte Kritik an den Worten des Vorsitzenden des Islamrats. Dieser hatte in einem Interview Homosexualität als „Abnormalität“ dargestellt. Sie betonte, dass die Lebensrealitäten von Muslimen in unserer Gesellschaft viel diverser aussehen, als Islamisten zulassen wollen. Deshalb stehen gerade auch viele LSBTIQ+ aus arabischen Ländern oder der Türkei unter großem Druck, diese Vielfalt leben zu können.

Bevor die Luftballons in den Himmel stiegen, bedankte sich Matthias Steuckardt bei allen Teilnehmenden, die dabei sein konnten. Er hob die Rolle von MANEO und den Einsatz für unsere Communities hervor.

Anschließend wurde ein Regenbogenkuchen angeschnitten. Ein großes Dankeschön an das Hotel Berlin, Berlin.

Neuer MANEO-Report: Erneut über 700 LSBTIQ+ -feindliche Übergriffe in Berlin registriert

Die Fachopferstelle MANEO hat 2025 in Berlin 723 LSBTIQ+ feindliche Vorfälle dokumentiert – nur leicht weniger als im letzten Jahr (738 Fälle). Insgesamt gingen 1014 neue Meldungen ein, ein neuer Höchststand. Laut MANEO bildet dies jedoch nur einen Teil der Realität ab: Die Dunkelziffer nicht gemeldeter Taten liegt bei 80 bis 90 Prozent.

Berlin, den 12.05.26 – Zu den von MANEO dokumentierten Fällen zählen Beleidigungen, Bedrohungen und körperliche Angriffe – etwa in öffentlichen Verkehrsmitteln, Parks oder auf offener Straße. Besonders betroffen waren Schöneberg, Neukölln, Kreuzberg, Friedrichshain und Tiergarten. Am häufigsten registrierte MANEO Nötigungen und Bedrohungen (39 Prozent), gefolgt von Beleidigungen sowie Körperverletzungen (je 31 Prozent).

Besorgniserregend bleibt die gezielte Gewalt: In sogenannten Cruising-Gebieten wurden mehrfach Männer, die mit Männern Kontakt gesucht hatten, in Fallen gelockt, beraubt oder schwer verletzt. Zudem meldete MANEO elf Fälle von Übergriffen nach Kontakt über Datingplattformen, bei denen Täter Treffen arrangierten, um Opfer auszurauben oder zu erpressen.

Auch LSBTIQ+ -Einrichtungen und Szeneorte gerieten ins Visier. MANEO dokumentierte 58 Angriffe auf Einrichtungen, Gedenkorte und Veranstaltungen, darunter Sachbeschädigungen, Bedrohungen und Angriffe auf Gäste. Die Beratungsstelle selbst wurde 2025 mehrfach attackiert.

MANEO fordert angesichts des hohen Beratungsbedarfs im Bereich seiner Fachopferberatung mehr Personal und stärkere politische Unterstützung. Präventionsarbeit und die Zusammenarbeit mit Polizei und Verwaltung müssten ausgebaut werden, um LSBTIQ+ -feindliche Gewalt wirksamer zu begegnen.

Weitere Informationen können in unserer Zusammenfassenden Pressemeldung nachgelesen werden: https://maneo.de/wp-content/uploads/2026/05/MANEO-PM-MANEO-Report-2025-mit-Sperrfrist-zum-260512.pdf oder online in dem dreiteiligen MANEO-Report 2025: https://maneo.de/infopool/maneo-reporte/

Übergabe des MANEO-Report 2025 im Abgeordnetenhaus

Anlässlich eines Regenbogenkuchen-Anschnitts im Berliner Abgeordnetenhaus übergab MANEO seinen Jahresreport 2025 an die Präsidentin des Berliner Abgeordnetenhauses, Cornelia Seibeld, sowie an Mitglieder des Parlaments. Traditionell veröffentlicht MANEO seinen Report rund um den Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Trans*-, Inter*- und Queer-Feindlichkeit (IDAHOBI+). Zugleich appellierte MANEO an die Politik, in Anbetracht der hohen Zahlen seine spezifische Fachopferhilfearbeit stärker zu unterstützen.

Berlin, 13.05.26 – In ihrer Rede würdigte die Präsidentin des Abgeordnetenhauses die langjährige Arbeit des scheidenden Projektleiters von MANEO, Bastian Finke. Seine Arbeit für die Community ist unverzichtbar und wird von ihr und dem Haus sehr geschätzt. Durch die Arbeit von MANEO werden Betroffene von Gewalt mit Rat und Tat unterstützt. Das Ausmaß der Gewalt ist gravierend und die Anzahl der Fälle weiterhin hoch. Um so wichtiger sei es, dass MANEO seine Arbeit fortsetzt. MANEO kann sich sicher sein, dass das Haus diese Arbeit auch weiter unterstützen begleiten wird.

Bastian Finke bedankte sich für die bisherige Unterstützung, die MANEO vom Parlament und von den Mitgliedern des Abgeordnetenhauses erhalten hat sowie für die anerkennenden Worte. Zugleich mahnte er die Politik, dass MANEO seine Arbeit mit nur einer Stelle für die Opferhilfearbeit nicht in der erwarteten Form fortsetzen kann. MANEO benötigt dringend mehr Personal. MANEO leistet als spezifische Fachopferhilfe enorme Arbeit und bleibt für Betroffene homophober Gewalt sowie deren Angehörige die erste Anlaufstelle. Für eine wachsende Metropole wie Berlin ist das zu wenig. In seiner Rede betonte er das Entwicklungspotenzial, das MANEO in der Vergangenheit regelmäßig unter Beweis gestellt hat.

Nach der inhaltlich schweren Kost sorgte ein wunderbarer Regenbogenkuchen – gestiftet vom SANA Berlin Hotel – den passenden süßen Rahmen für vertiefende Nachgespräche. Herzlichen Dank an alle.

G r u ß w o r t

des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Kai Wegner, anlässlich des Internationalen Tages gegen Homo-, Bi-, Inter-, Trans*- und Queer*-phobie (IDAHOBIT+) im Rahmen der Kampagne „Kiss Kiss Berlin“ am 17. Mai 2026.

Ich grüße Sie herzlich zu Beginn der diesjährigen Berliner Pride Season.

Dass wir das Eintreten gegen Homophobie und Queerfeindlichkeit heute als gesamtgesellschaftliche Aufgabe ansehen, verdanken wir auch dem beharrlichen Engagement von MANEO und Mann-O-Meter. Mit beeindruckendem Engagement setzen Sie sich seit vielen Jahren gegen Gewalt und Diskriminierung, für Unterstützung und Beratung von Opfern von Homophobie und für Aufklärung der Öffentlichkeit ein. Damit stärken Sie auch unsere gemeinsamen Werte, die für unsere Stadt und unser Zusammenleben so wichtig sind: Freiheit, Vielfalt, Toleranz und Respekt.

Ich möchte in diesem Jahr an zwei Menschen erinnern, die viel für Gleichberechtigung in Berlin geleistet haben und die im letzten Jahr verstorben sind: an den Regisseur Rosa von Praunheim und an den ehemaligen Berliner Gesundheitssenator Ulf Fink. Beide haben schon kurz nach der Gründung Mann-O-Meter gegen gesellschaftliche Widerstände unterstützt.

Besonders freue ich mich, dass MANEO erst vor einigen Monaten unsere Berliner Polizei mit dem Tolerantia Award ausgezeichnet hat. Das ist ein wichtiger Vertrauensbeweis und macht deutlich, dass unsere Polizei queerfeindliche Straftaten sehr ernst nimmt und konsequent verfolgt.

Die Veranstaltungen und Events der queeren Community sind für Berlin von großer Bedeutung, denn sie zeigen, dass Berlin die Stadt der Freiheit, Vielfalt und Toleranz ist. Auch mir persönlich sind diese Veranstaltungen wichtig. So habe ich im vergangenen Jahr die Beratungs- und Begegnungsstelle von Mann-O-Meter besucht, war zusammen mit dem unermüdlichen Nachtbürgermeister Bastian Finke im Regenbogenkiez unterwegs und auch beim Motzstraßenfest und CSD. Ich freue mich darauf, dass wir auch in diesem Jahr wieder vor dem Roten Rathaus die Regenbogenfahne hissen und einen Kiss Kiss-Regenbogenkuchen anschneiden werden.

Kai Wegner

Regierender Bürgermeister von Berlin

Regenbogenkuchen-Anschnitt in Zehlendorf

Anlässlich seiner Kampagne „Kiss Kiss Berlin“ sowie des bevorstehenden Internationalen Tages gegen Homo-, Bi-, Inter-, Trans- und Queerfeindlichkeit (IDAHOBIT+) hat MANEO heute gemeinsam mit der Bezirksbürgermeisterin von Steglitz-Zehlendorf, Maren Schellenberg, in seiner Außenkontaktstelle in der Villa Mittelhof einen Regenbogenkuchen angeschnitten.

Zehlendorf, 11.05.26 – Im Beisein der Bezirksbürgermeisterin Maren Schellenberg, des stellvertretenden BVV-Vorstehers Søren Grawert, der stellvertretenden Vorsitzenden des Ausschusses für Frauen, Gleichstellung und Queer*, Ellinor Trenczek, und weiterer Mitglieder der BVV und Aktive der Zivilgesellschaft wurde gleichzeitig auch ein kleines Jubiläum der MANEO-Außenkontaktstelle in Steglitz-Zehlendorf gefeiert: Seit einem Jahr ist MANEO nun direkt und proaktiv im Bezirk verankert.

„Mit unserem niedrigschwelligen Angebot sind wir an jedem ersten und dritten Donnerstag im Monat zwischen 17 und 19 Uhr telefonisch sowie persönlich in der Villa Mittelhof e. V. erreichbar“, so Mitarbeiter Lars Girbinger. „Dadurch schaffen wir unkomplizierte Zugänge für Betroffene von Diskriminierung und Übergriffen und vermitteln Angebote der Vernetzung, Gewaltprävention und der Beratung von Betroffenen.

Lars Girbinger präsentierte die Jahresbilanz der Arbeit in Zehlendorf und betonte die wichtige Rolle von MANEO in der der Versorgungs- und Unterstützungsstruktur für die LSBTIQ-Communities in Steglitz-Zehlendorf. Frau Schellenberg bedankte sich für das Engagement von MANEO im Bezirk und hob hervor, dass Vielfalt den Bezirk immer ausgezeichnet hat. Dazu trage die Arbeit von MANEO bei.

Anschließend wurde der „Kiss Kiss Berlin-Regenbogenkuchen“ angeschnitten. Ein großer Dank gilt dem Hôtel InterContinental für den phänomenalen Kuchen! KissKissBerlin – Protect every Kiss!

Schwulenfeindlich Raubserie in Brandenburg

In Brandenburg haben Jugendliche gezielt schwule Männer über Dating-Apps in Fallen gelockt, um sie auszurauben, zu misshandeln und zu demütigen. In einem Gerichtsprozess in Frankfurt (Oder) wurden jetzt sieben Täter im Alter von 16 bis 20 Jahren verurteilt. Sie hatten ihre Opfer beleidigt, gefilmt und teils schwer verletzt – ein Mann wurde so brutal zugerichtet, dass er kaum wiederzuerkennen war.

Berlin, 30.04.26 – Laut einem Bericht des Tagesspiegel vom 30.04.26 folgten die Taten einem bekannten Muster sogenannter „Fake Dates“, das aus Russland, aber auch im übrigen Europa, bekannt ist. Auch in Brandenburg und anderen Regionen Deutschlands häufen sich Meldungen über solche Fälle: Allein zwischen September 2024 und Februar 2025 gab es im Raum Frankfurt (Oder) 22 Verfahren mit fast ebenso vielen Opfern, berichtete die Märkische Oderzeitung in Berufung auf die brandenburgische Generalstaatsanwaltschaft. Auffällig ist, dass die Täter oft in Gruppen handeln und wiederholt zuschlagen.

Laut einer Beratungsstelle aus Brandenburg falle auf, dass dabei Jugendliche und Heranwachsende aus rechtsextremen Milieus mit migrantischen Jugendlichen zusammenarbeiteten: Bei der Gruppe handelte es sich um sieben junge Männer zwischen 16 und 20 Jahren, Deutsche, Syrer und Tschetschenen.

„Diese Formen schwulenfeindlicher Gewalt sind für uns nicht neu“, so Bastian Finke, Leiter von MANEO. „Verachtung und Hass gegenüber Homosexuellen beschränkt sich nicht ausschließlich auf das Gedankengut Rechtsradikaler. Diese Koalitionen sind deshalb auch nicht neu oder verwunderlich. Ihnen gemein ist die Verachtung demokratischer Grundprinzipien wie gesellschaftliche Vielfalt und Toleranz. Wir finden sie im Kontext von Vorurteilskriminalität auch gegenüber anderen gesellschaftlichen Gruppen wider. Und über das Internet und Sozialen Medien finden Vernetzung und Agitation statt – auch international.“

Ähnliche Übergriffe wurden auch in anderen Bundesländern und in Europa registriert, teils auch unter dem Vorwand, gegen sogenannte ‚Pädokriminalität‘ vorzugehen. Dabei verwischen die Täter gezielt die Grenzen zwischen „pädophil“ und „schwul“.

Wie der Tagesspiegel berichtete, fiel das Urteil in Frankfurt (Oder) vergleichsweise mild aus: Nur zwei Täter müssen ins Gefängnis, andere erhielten Bewährungsstrafen oder Verwarnungen. Die Reaktionen der Verurteilten hätten wenig Einsicht gezeigt.