Bolt-Taxifahrer verurteilt

Berlin, den 21.09.26 – Am 13. April 2025, gegen 1:30 Uhr morgens, befand sich ein 31-jähriger schwuler Mann mit zwei Freunden – von denen einer ebenfalls schwul war – in einem Bolt-Taxi. Bereits während der Fahrt hatte der Fahrer ihn und seine Begleiter als schwul erkannt und sich abfällig über sie geäußert.

Als die Gruppe an ihrem Zielort in der Schlesischen Straße in Berlin-Kreuzberg ankam, ging das Opfer davon aus, dass die Bezahlung bereits über die App abgewickelt worden sei. Dies war jedoch nicht der Fall, und der Fahrpreis musste in bar bezahlt werden. Der Fahrer forderte das Geld sofort und auf sehr aggressive Weise und begann, das Opfer anzuschreien. Da er das passende Kleingeld nicht schnell genug zusammenhatte, wurde er homophob beschimpft: Der Fahrer brüllte mehrfach „Schwuchtel“ und stieg dann mit erhobener Faust aus dem Auto, als wolle er ihn schlagen. Das Opfer und seine Freunde flohen körperlich unverletzt vom Tatort.

Das Opfer meldete den Vorfall am nächsten Tag bei der Polizei. Im März 2026 wurde der Angeklagte zu einer Geldstrafe von 800 Euro verurteilt. Das Urteil ist rechtskräftig.“

MANEO zeigt Präsenz auf dem Folsom Straßenfest

Schöneberg, 12.09.26 – Heute waren wir mit unserem Infostand auf dem Folsom Straßenfest: sichtbar, ansprechbar und für euch da. Wir waren da für eure Fragen und Anliegen und haben unsere Cruising Notfallkarten an die Besucher verteilt. Die kamen sehr gut an.

MANEO berät vertraulich, kostenlos und auf Wunsch anonym. Ihr erreicht uns täglich telefonisch von 17 bis 19 Uhr unter 030 216 33 36. Gegen Hass. Für ein sicheres Leben für LSBTIQ+ in Berlin.

MANEO erschüttert über Anschlag beim Berliner CSD – Solidarität mit den Verletzten

MANEO ist zutiefst erschüttert über den Anschlag am Rande des 48. Berliner Christopher Street Day. Nach bisherigen Erkenntnissen fuhr ein Fahrzeug im Bereich Tiergarten in eine Menschenmenge; eine Frau wurde getötet, mehrere Menschen wurden verletzt, die Veranstaltung musste abgebrochen werden. Die Hintergründe der Tat sind weiter Gegenstand polizeilicher Ermittlungen; wir stellen aber fest: Der Angriff auf den Berliner CSD richtete sich gegen unsere LSBTIQ+ Communities. Er betrifft aber auch unsere Freiheit, so wie wir leben, unsere Vielfalt, unsere demokratischen Werte – damit unsere gesamte Gesellschaft.

Unsere Gedanken sind bei den Verletzten und den Angehörigen und allen, die diese Tat miterleben mussten. MANEO steht allen Betroffenen und Zeuginnen zur Seite. Wir bieten Beratung, Unterstützung und – auf Wunsch anonym – die Möglichkeit, Vorfälle zu melden:

MANEO-Opferhilfe und Überfalltelefon: 030 – 216 33 36 (täglich 17–19 Uhr)

E-Mail: opferhilfe@maneo.de | Online-Meldung: www.maneo.de/report 

Wir rufen Zeug*innen auf, ihre Beobachtungen der Polizei oder MANEO mitzuteilen. Wer Unterstützung nach dem Erlebten braucht, kann sich jederzeit an uns wenden – vertraulich und kostenfrei.

Berlin, 25. Juli 2026

Grindr-Serientäter zu fünf Jahren Haft verurteilt

Berlin, 18. Juni 2026 – Nach drei Verhandlungstagen hat das Landgericht Berlin den 20-jährigen Angeklagten Daniel F. am Mittwoch zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er über die Dating-App Grindr gezielt sieben schwule Männer in Fallen gelockt, misshandelt, gedemütigt und anschließend ausgeraubt hatte.

Nach den Feststellungen der zuständigen Strafkammer beging der Angeklagte die Taten zwischen Oktober und Dezember 2025 innerhalb eines Zeitraums von rund sechs Wochen gemeinsam mit einem weiteren Beschuldigten, der bislang nicht gefasst werden konnte. Die Opfer wurden gezielt an Tatorte gelockt und dort unter Waffengewalt zur Herausgabe von Bargeld, Mobiltelefonen, Wertgegenständen und Bankdaten gezwungen. Darüber hinaus überwiesen die Täter mithilfe der Mobiltelefone ihrer Opfer Geld auf ein fremdes PayPal-Konto.

Während der Überfälle wurden die Geschädigten wiederholt gedemütigt und misshandelt. So beschimpften die Täter ihre Opfer unter anderem als „Schwuchteln“ und bezeichneten sie als „pädophil“. In einem Fall wurde ein Opfer gezwungen, sich in einem Video selbst als „Schwanzlutscher“ zu bezeichnen. In einem weiteren Fall musste ein Geschädigter ein Vogelskelett in den Mund nehmen und darauf kauen. Die Betroffenen – die jüngsten waren 20 und 24 Jahre alt – leiden bis heute unter den psychischen Folgen der Taten.

Mit dem Urteil folgte das Gericht im Wesentlichen der Forderung der Staatsanwaltschaft, die eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren und drei Monaten beantragt hatte. Die Verteidigung, die auf eine Strafe von zweieinhalb Jahren plädiert hatte, prüft nach eigenen Angaben eine Revision. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Erneuter Anstieg LSBTIQ+-feindlicher Hasskriminalität in Deutschland

Die Politisch motivierte Kriminalität (PMK) in Deutschland hat laut aktuellem Jahresbericht des Bundeskriminalamts (BKA) mit 85.837 registrierten Straftaten einen neuen Höchststand erreicht. Innerhalb von zehn Jahren hat sich die Zahl der Delikte mehr als verdoppelt. Neben einer tatsächlichen Zunahme könnte auch ein verändertes Anzeigeverhalten zu dieser Entwicklung beigetragen haben.

Besorgniserregend bleibt die hohe Gewaltbereitschaft: Die Zahl politisch motivierter Gewalttaten stieg auf 4.156 Fälle (+1,2 Prozent). Dazu zählen unter anderem Körperverletzungen, Brand- und Sprengstoffdelikte sowie Landfriedensbruch. Als wesentliche Treiber von Radikalisierung nennt BKA-Präsident Holger Münch soziale Medien, über die Hass, Hetze und Propaganda verbreitet werden.

Besorgniserregend bleibt die Zunahme an Hasskriminalität. Das BKA registrierte 22.159 Straftaten (2024: 21.773). Darunter fallen unter anderem fremdenfeindliche, antisemitische, frauenfeindliche sowie LSBTIQ+-feindliche Delikte.

Unter dem Themenfeld „Sexuelle Orientierung“ wurden 2.070 Delikte erfasst (2024: 1.765), im Bereich „geschlechtsbezogene Diversität“ 1.294 Fälle (2024: 1.152). Aufgrund von Überschneidungen können die Zahlen nicht addiert werden.

Die Entwicklung deutet darauf hin, dass mehr Betroffene Straftaten anzeigen – eine grundsätzlich positive Tendenz. Gleichzeitig bleibt die hohe Zahl homosexuellenfeindlicher und queerfeindlicher Delikte alarmierend. Rund ein Viertel aller erfassten Fälle stammt weiterhin aus Berlin. Kritisch bewertet MANEO, dass viele Bundesländer Hasskriminalität gegen LSBTIQ+ offenbar weiterhin nicht mit derselben Intensität und Wirksamkeit verfolgen. Zudem geht das BKA von einer erheblichen Dunkelziffer aus: Schätzungen zufolge werden rund 90 Prozent aller Angriffe nicht angezeigt.

Überfall auf schwule Männer im Cruising-Gebiet Volkspark Friedrichshain

Am 22. Mai 2026 kam es kurz nach Mitternacht im Volkspark Friedrichshain erneut zu einem mutmaßlich schwulenfeindlichen Angriff auf Besucher des dortigen Cruising-Gebiets. Ein Zeuge fand einen verletzten 45-jährigen Mann in der Nähe der Büschingstraße und alarmierte die Polizei. Der Mann erlitt erhebliche Gesichtsverletzungen und wurde ins Krankenhaus gebracht.

Nach bisherigen Erkenntnissen geht die Polizei von einem organisierten Angriff durch eine Gruppe von etwa 10 bis 15 Jugendlichen oder Heranwachsenden aus. Zeugenaussagen zufolge bewegte sich die Gruppe gezielt durch das Areal, teilweise mit Taschenlampen, trieb Personen aus den Gebüschen auf Wege und Straßen und griff mehrere Männer körperlich an. Beim Eintreffen der Polizei waren die Tatverdächtigen bereits geflüchtet.

MANEO ruft Zeugen dazu auf, sich mit Hinweisen über jüngste Beobachtungen an die Polizei zu wenden: LKA535-Hinweis@polizei.berlin.de oder auch MANEO zu melden: www.maneo.de/report.

Feierliche Urkundenverleihung und Regenbogenkuchenanschnitt bei der Polizei Berlin

Charlottenburg, 19.05.26 – Gestern erhielten im Mosaiksaal der Polizei Berlin 86 Multiplikatorinnen und Multiplikatoren der Themenbereiche interkulturelle Aufgaben und LSBTIQ ihre Zertifizierungsurkunden. Diese Angehörigen der Polizei Berlin haben in den letzten Monaten unterschiedliche Module eines extra für sie geschaffenen Basislehrgangs besucht. Hierin wurden sie u.a. speziell hinsichtlich ihrer Diversitykompetenzen und Themen der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit geschult.

Im zweiten Veranstaltungsteil wurde ein Regenbogenkuchen im Rahmen der Kiss Kiss-Wahrnehmungskampagne von MANEO-Leiter Bastian Finke, den kommissarischen Leiter der Landespolizeidirektion, Roman Seifert und den Patisseur des Westin Grand Berlin, Nick Rieth, angeschnitten.

Der Kiss Kiss Berlin-Regenbogenkuchen war vom Hotel THE WESTIN GRAND BERLIN an MANEO gestiftet worden. Danke an das Hotel für die großartige Unterstützung!

Luftballons und Regenbogenkuchen am Nollendorfplatz

Anlässlich des Internationalen Tages gegen Homo-, Bi-, Inter-, Trans* und Queerfeindlichkeit feierte MANEO gemeinsam mit Unterstützer*innen aus der Politik und Zivilgesellschaft den IDAHOBIT im Herzen des Regenbogenkiez am Nollendorfplatz.

Schöneberg, 17.05.26 – Der Bürgermeister von Tempelhof-Schöneberg, Jörn Oltmann, eröffnete die Veranstaltung mit einem Grußwort. Er betonte die Vielfalt der Liebe und wies darauf hin, dass es in der Verantwortung unserer Zivilgesellschaft liegt, diese zu schützen.

Bastian Finke erinnerte daran, dass die Bedrohungslage für LSBTIQ+ sowohl in Berlin und Deutschland als auch in Europa und weltweit zunimmt. Für Berlin hatte der letzte Berliner Verfassungsschutzbericht deutlich vor der zunehmenden Bedrohung von Rechts und durch radikale Islamisten gewarnt. Umso wichtiger sind Netzwerke in die breite der Gesellschaft hinein, eben „Gay-Straight-Alliances“, um unsere freiheitlich-demokratischen Werte vor Extremist*innen jeglicher Couleur zu schützen.

Seyran Ateş übte Kritik an den Worten des Vorsitzenden des Islamrats. Dieser hatte in einem Interview Homosexualität als „Abnormalität“ dargestellt. Sie betonte, dass die Lebensrealitäten von Muslimen in unserer Gesellschaft viel diverser aussehen, als Islamisten zulassen wollen. Deshalb stehen gerade auch viele LSBTIQ+ aus arabischen Ländern oder der Türkei unter großem Druck, diese Vielfalt leben zu können.

Bevor die Luftballons in den Himmel stiegen, bedankte sich Matthias Steuckardt bei allen Teilnehmenden, die dabei sein konnten. Er hob die Rolle von MANEO und den Einsatz für unsere Communities hervor.

Anschließend wurde ein Regenbogenkuchen angeschnitten. Ein großes Dankeschön an das Hotel Berlin, Berlin.

Neuer MANEO-Report: Erneut über 700 LSBTIQ+ -feindliche Übergriffe in Berlin registriert

Die Fachopferstelle MANEO hat 2025 in Berlin 723 LSBTIQ+ feindliche Vorfälle dokumentiert – nur leicht weniger als im letzten Jahr (738 Fälle). Insgesamt gingen 1014 neue Meldungen ein, ein neuer Höchststand. Laut MANEO bildet dies jedoch nur einen Teil der Realität ab: Die Dunkelziffer nicht gemeldeter Taten liegt bei 80 bis 90 Prozent.

Berlin, den 12.05.26 – Zu den von MANEO dokumentierten Fällen zählen Beleidigungen, Bedrohungen und körperliche Angriffe – etwa in öffentlichen Verkehrsmitteln, Parks oder auf offener Straße. Besonders betroffen waren Schöneberg, Neukölln, Kreuzberg, Friedrichshain und Tiergarten. Am häufigsten registrierte MANEO Nötigungen und Bedrohungen (39 Prozent), gefolgt von Beleidigungen sowie Körperverletzungen (je 31 Prozent).

Besorgniserregend bleibt die gezielte Gewalt: In sogenannten Cruising-Gebieten wurden mehrfach Männer, die mit Männern Kontakt gesucht hatten, in Fallen gelockt, beraubt oder schwer verletzt. Zudem meldete MANEO elf Fälle von Übergriffen nach Kontakt über Datingplattformen, bei denen Täter Treffen arrangierten, um Opfer auszurauben oder zu erpressen.

Auch LSBTIQ+ -Einrichtungen und Szeneorte gerieten ins Visier. MANEO dokumentierte 58 Angriffe auf Einrichtungen, Gedenkorte und Veranstaltungen, darunter Sachbeschädigungen, Bedrohungen und Angriffe auf Gäste. Die Beratungsstelle selbst wurde 2025 mehrfach attackiert.

MANEO fordert angesichts des hohen Beratungsbedarfs im Bereich seiner Fachopferberatung mehr Personal und stärkere politische Unterstützung. Präventionsarbeit und die Zusammenarbeit mit Polizei und Verwaltung müssten ausgebaut werden, um LSBTIQ+ -feindliche Gewalt wirksamer zu begegnen.

Weitere Informationen können in unserer Zusammenfassenden Pressemeldung nachgelesen werden: https://maneo.de/wp-content/uploads/2026/05/MANEO-PM-MANEO-Report-2025-mit-Sperrfrist-zum-260512.pdf oder online in dem dreiteiligen MANEO-Report 2025: https://maneo.de/infopool/maneo-reporte/

Übergabe des MANEO-Report 2025 im Abgeordnetenhaus

Anlässlich eines Regenbogenkuchen-Anschnitts im Berliner Abgeordnetenhaus übergab MANEO seinen Jahresreport 2025 an die Präsidentin des Berliner Abgeordnetenhauses, Cornelia Seibeld, sowie an Mitglieder des Parlaments. Traditionell veröffentlicht MANEO seinen Report rund um den Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Trans*-, Inter*- und Queer-Feindlichkeit (IDAHOBI+). Zugleich appellierte MANEO an die Politik, in Anbetracht der hohen Zahlen seine spezifische Fachopferhilfearbeit stärker zu unterstützen.

Berlin, 13.05.26 – In ihrer Rede würdigte die Präsidentin des Abgeordnetenhauses die langjährige Arbeit des scheidenden Projektleiters von MANEO, Bastian Finke. Seine Arbeit für die Community ist unverzichtbar und wird von ihr und dem Haus sehr geschätzt. Durch die Arbeit von MANEO werden Betroffene von Gewalt mit Rat und Tat unterstützt. Das Ausmaß der Gewalt ist gravierend und die Anzahl der Fälle weiterhin hoch. Um so wichtiger sei es, dass MANEO seine Arbeit fortsetzt. MANEO kann sich sicher sein, dass das Haus diese Arbeit auch weiter unterstützen begleiten wird.

Bastian Finke bedankte sich für die bisherige Unterstützung, die MANEO vom Parlament und von den Mitgliedern des Abgeordnetenhauses erhalten hat sowie für die anerkennenden Worte. Zugleich mahnte er die Politik, dass MANEO seine Arbeit mit nur einer Stelle für die Opferhilfearbeit nicht in der erwarteten Form fortsetzen kann. MANEO benötigt dringend mehr Personal. MANEO leistet als spezifische Fachopferhilfe enorme Arbeit und bleibt für Betroffene homophober Gewalt sowie deren Angehörige die erste Anlaufstelle. Für eine wachsende Metropole wie Berlin ist das zu wenig. In seiner Rede betonte er das Entwicklungspotenzial, das MANEO in der Vergangenheit regelmäßig unter Beweis gestellt hat.

Nach der inhaltlich schweren Kost sorgte ein wunderbarer Regenbogenkuchen – gestiftet vom SANA Berlin Hotel – den passenden süßen Rahmen für vertiefende Nachgespräche. Herzlichen Dank an alle.