Die Politisch motivierte Kriminalität (PMK) in Deutschland hat laut aktuellem Jahresbericht des Bundeskriminalamts (BKA) mit 85.837 registrierten Straftaten einen neuen Höchststand erreicht. Innerhalb von zehn Jahren hat sich die Zahl der Delikte mehr als verdoppelt. Neben einer tatsächlichen Zunahme könnte auch ein verändertes Anzeigeverhalten zu dieser Entwicklung beigetragen haben.
Besorgniserregend bleibt die hohe Gewaltbereitschaft: Die Zahl politisch motivierter Gewalttaten stieg auf 4.156 Fälle (+1,2 Prozent). Dazu zählen unter anderem Körperverletzungen, Brand- und Sprengstoffdelikte sowie Landfriedensbruch. Als wesentliche Treiber von Radikalisierung nennt BKA-Präsident Holger Münch soziale Medien, über die Hass, Hetze und Propaganda verbreitet werden.
Besorgniserregend bleibt die Zunahme an Hasskriminalität. Das BKA registrierte 22.159 Straftaten (2024: 21.773). Darunter fallen unter anderem fremdenfeindliche, antisemitische, frauenfeindliche sowie LSBTIQ+-feindliche Delikte.
Unter dem Themenfeld „Sexuelle Orientierung“ wurden 2.070 Delikte erfasst (2024: 1.765), im Bereich „geschlechtsbezogene Diversität“ 1.294 Fälle (2024: 1.152). Aufgrund von Überschneidungen können die Zahlen nicht addiert werden.
Die Entwicklung deutet darauf hin, dass mehr Betroffene Straftaten anzeigen – eine grundsätzlich positive Tendenz. Gleichzeitig bleibt die hohe Zahl homosexuellenfeindlicher und queerfeindlicher Delikte alarmierend. Rund ein Viertel aller erfassten Fälle stammt weiterhin aus Berlin. Kritisch bewertet MANEO, dass viele Bundesländer Hasskriminalität gegen LSBTIQ+ offenbar weiterhin nicht mit derselben Intensität und Wirksamkeit verfolgen. Zudem geht das BKA von einer erheblichen Dunkelziffer aus: Schätzungen zufolge werden rund 90 Prozent aller Angriffe nicht angezeigt.
