Die Fachopferstelle MANEO hat 2025 in Berlin 723 LSBTIQ+ feindliche Vorfälle dokumentiert – nur leicht weniger als im letzten Jahr (738 Fälle). Insgesamt gingen 1014 neue Meldungen ein, ein neuer Höchststand. Laut MANEO bildet dies jedoch nur einen Teil der Realität ab: Die Dunkelziffer nicht gemeldeter Taten liegt bei 80 bis 90 Prozent.
Berlin, den 12.05.26 – Zu den von MANEO dokumentierten Fällen zählen Beleidigungen, Bedrohungen und körperliche Angriffe – etwa in öffentlichen Verkehrsmitteln, Parks oder auf offener Straße. Besonders betroffen waren Schöneberg, Neukölln, Kreuzberg, Friedrichshain und Tiergarten. Am häufigsten registrierte MANEO Nötigungen und Bedrohungen (39 Prozent), gefolgt von Beleidigungen sowie Körperverletzungen (je 31 Prozent).
Besorgniserregend bleibt die gezielte Gewalt: In sogenannten Cruising-Gebieten wurden mehrfach Männer, die mit Männern Kontakt gesucht hatten, in Fallen gelockt, beraubt oder schwer verletzt. Zudem meldete MANEO elf Fälle von Übergriffen nach Kontakt über Datingplattformen, bei denen Täter Treffen arrangierten, um Opfer auszurauben oder zu erpressen.
Auch LSBTIQ+ -Einrichtungen und Szeneorte gerieten ins Visier. MANEO dokumentierte 58 Angriffe auf Einrichtungen, Gedenkorte und Veranstaltungen, darunter Sachbeschädigungen, Bedrohungen und Angriffe auf Gäste. Die Beratungsstelle selbst wurde 2025 mehrfach attackiert.
MANEO fordert angesichts des hohen Beratungsbedarfs im Bereich seiner Fachopferberatung mehr Personal und stärkere politische Unterstützung. Präventionsarbeit und die Zusammenarbeit mit Polizei und Verwaltung müssten ausgebaut werden, um LSBTIQ+ -feindliche Gewalt wirksamer zu begegnen.
Weitere Informationen können in unserer Zusammenfassenden Pressemeldung nachgelesen werden: https://maneo.de/wp-content/uploads/2026/05/MANEO-PM-MANEO-Report-2025-mit-Sperrfrist-zum-260512.pdf oder online in dem dreiteiligen MANEO-Report 2025: https://maneo.de/infopool/maneo-reporte/
