Löwenbrücke im Großen Tiergarten wiedereröffnet

Tiergarten, 03.07.25 – Viele Tiergartenliebhaber*innen kennen die Löwenbrücke. Sie war gerade unter Cruisern sehr beliebt. Alle bekommen jetzt ihre denkmalgeschützte Perle im Tiergarten zurück. Vier goldfarbene Löwen, die weit sichtbar erstrahlen, tragen die neu errichtete Holzbrücke.

In diesem Zusammenhang appelliert MANEO an alle, respektvoll miteinander umzugehen, auf die Grünflächen zu achten, keine Zweige abzubrechen oder zu zertrampeln, und keinen Müll an diesem schönen Ort zu hinterlassen. Cruisen kann auch schön sein!

Die Löwenbrücke wurde 1838 nach einem Entwurf von Ludwig Ferdinand Hesse als erste Hängeseilbrücke Berlins im Tiergarten erbaut und steht unter Denkmalschutz. Der Name der Brücke bezieht sich auf die Löwenskulpturen, die vom Bildhauer Christian Friedrich Tieck hergestellt wurden und noch im Original erhalten sind.

Wegen erheblicher Schäden wurde die Brücke 2008 für Radfahrende und Fußgehende gesperrt. 2014 musste die Brücke zurückgebaut werden. Erst im September 2023 wurde mit dem denkmalgerechten Wiederaufbau begonnen. Heute, am 03.07.2025, wurde die Löwenbrücke nach aufwendiger Sanierung von Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) offiziell freigegeben.

Schwulenfeindliche Beleidigung und Körperverletzung

Berlin-Neukölln, 30.06.2025 – Am Montag wurde ein schwules Paar, 35 und 30 Jahre alt, von einem Mann homophob beleidigt und im weiteren Verlauf angegriffen.

Gegen 21:15 Uhr warteten die Betroffenen an einem Geldautomaten in einer Bankfiliale der Straße Hasenheide in Neukölln. Ein Unbekannter versuchte vorzudrängeln. Das Paar machte ihn infolgedessen auf die Warteschlange aufmerksam, woraufhin die beiden Männer von diesem schwulenfeindlich beleidigt wurden.

Nachdem die beiden Betroffenen die Bankfiliale verlassen hatten, wurden sie von dem Unbekannten und dessen zwei Begleitern, die auf das Paar draußen gewartet hatten, mit Reizgas angegriffen. Der 50-jährige Betroffene erlitt dadurch Augenreizung. Zudem traktierte das Trio die Betroffenen mit Faustschlägen: die beiden Angegriffenen erlitten dabei Kopfplatzwunden. Nach der Tat entfernte sich die Täter mit einem Auto in Richtung Sonnenallee. Alarmierte Rettungskräfte brachten die beiden in ein Krankenhaus, wo sie ambulant behandelt wurden.

Bitte meldet Gewalt gegen LSBTIQ+ bei MANEO: www.maneo.de/report

Neonazis demonstrieren in Marzahn-Hellersdorf gegen „Homo-Propaganda“

Gegen den East-Pride, der am Samstag, 28.06., in Berlin stattfand, demonstrierten in Marzahn-Hellersdorf mutmaßliche Neonazis gegen „Homo-Propaganda“. Wie der Verein democ auf Youtube berichtete, haben unter dem Titel „Gemeinsam für ein Demokratisches Deutschland – gegen den CSD-Terror die Identitätsstörung und kriminelle Ausländer“ 30 überwiegend sehr jung Menschen demonstriert. Sie sollen größtenteils der Neonazi-Gruppe „Jung und Stark” angehören. Auf der Veranstaltung seien hauptsächlich Parolen skandiert worden wie „Es gibt kein Recht auf Homo-Propaganda” und „Wer Deutschland nicht liebt, soll Deutschland verlassen!“

(Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=sNpht0ZfFDg&t=11s ).

Am Nollendorfplatz angespuckt worden

Ein weiterer Vorfall soll sich am Samstag, 28.06.25, gegen 22:30 Uhr, am Nollendorfplatz im Regenbogenkiez zugetragen haben. Als ein schwuler Mann an einer Ampel gestanden hatte sei vor ihm die Scheibe eines wartenden PKWs heruntergelassen und der Betroffene mit voller Kraft angespuckt worden. Der Autofahrer sei danach fortgefahren.

Übergriff gegen die Tipsy Bear Bar

In der Nacht zum Samstag, am 27.06., gegen 01.45 Uhr, sollen sieben bis acht Personen vor der Tipsy Bear Bar in der Eberswalder Straße Bar erschienen und gegen das Lokal übergriffig geworden sein. Ein 17-Jähriger habe die Regenbogenflagge vor der Bar abgerissen und in einen Mülleimer geworfen, ein weiterer junger Mann soll sich mit einem Baseballschläger in der Hand bedrohlich dem Lokal genähert haben. Als die Polizei eintraf, sollten die Täter geflohen sein. Polizisten konnten einen 17-jährigen und einen 19-Jährigen in der Nähe stellen. Während sie den 19-jährigen vernahmen, soll er den Besitzer mit den Worten „Du Schwuchtel“, beleidigt haben. Bereits Anfang Mai hatten vier junge Personen die Regenbogenflagge vor der Tipsy Bear Bar abgerissen und angezündet. Auch dabei war es zu Beleidigung gekommen.

Beleidigung und gefährliche Körperverletzung vor dem Romeo & Romeo

Berlin, 28.06.25, gegen 22:30 Uhr, saßen drei schwule Männer, 28, 56 und 58 Jahre alt, an einem Tisch vor dem Café Romeo & Romeo in der Motzstraße im Regenbogenkiez, als ein 23-Jähriger Mann, der am Café vorbei ging, sie belästigte. Daraufhin hatten die Männer ihn aufgefordert, sich zu entfernen. Der Mann sei dann weitergegangen, habe jedoch den drei Männern noch Beleidigungen wie „Ihr urensöhne“ und „Ich ficke euch“ zugerufen. Kurz darauf sei der Beschuldigte noch einmal zurückgekommen und haben dem 56 Jahre alten Besitzer des Cafés, der in der Gruppe saß, mit einer Bierflasche auf den interkopf geschlagen. Als er flüchtete, eilten mehrere Zeugen dem Angreifer hinterher und hielten ihn
fest, bis alarmierte Polizisten ihn festnahmen. Der Besitzer des „Romeo & Romeo“ erlitt eine Platzwunde am Kopf und kam in ein Krankenhaus, wo er ambulant behandelt wurde. Der 23-Jährige sei aufgrund seines auffälligen Verhaltens in eine psychiatrische Einrichtung gebracht worden. Eine mögliche homophobe Motivation der Tat sind Gegenstand laufender polizeilicher Ermittlungen.

Homophober Übergriff in der S-Bahn: Mann schwer verletzt

Ein 20-Jähriger wird von einem betrunkenen Mann homophob beleidigt, dann ins Gesicht geschlagen. Folge war eine blutige Wunde im Nasenbereich. Der 27-jährige Tatverdächtige kann wenig später festgenommen werden.

Wie die Bundespolizei berichtete, soll am 24.06.25, gegen 23:30 Uhr, ein 27-jähriger Mann einen Fahrgast am Bahnhof Westhafen homophob beleidigt und im weiteren Verlauf unvermittelt mit der Faust ins Gesicht geschlagen und gegen das Bein getreten haben. Dabei erlitt der 20-Jährige ukrainische Staatsangehörige eine blutige Wunde im Nasenbereich. Nachdem ein weiterer Reisender die beiden getrennt hatte, flüchtete der Angreifer mit einer S-Bahn vom Tatort.

Nach Auswertung der Videoüberwachungsanlage konnten alarmierte Einsatzkräfte der Bundespolizei wenig später den 27-jährigen ukrainischen Staatsangehörigen am Bahnhof Jungfernheide stellen und vorläufig festnehmen.

Eine freiwillig durchgeführte Atemalkoholkontrolle ergab einen Wert von 2,08 Promille. Zudem ordnete die Staatsanwaltschaft Berlin eine Blutentnahme an. Bei der Verbringung in ein Krankenhaus leistete der Beschuldigte Widerstand gegen die Einsatzkräfte. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahme wurde er wieder entlassen.

Regenbogenflagge darf im Berliner Hort hängen bleiben

Berlin-Treptow, 26.06.25 – Eltern einer Grundschülerin in Berlin klagen gegen die Regenbogenflagge in einem Hort einer Schule in Treptow – erfolglos. Das Verwaltungsgericht hat jetzt entschieden, dass die erweiterte „Progress-Pride“-Flagge hängen bleiben darf. Sie symbolisierte Akzeptanz und Vielfalt der Lebensformen, was mit dem staatlichen Neutralitätsgebot vereinbar sei.

Das Neutralitätsgebot verbiete parteipolitische Einflussnahme, nicht aber die Darstellung gesellschaftlicher Vielfalt. Konkret ging es darum, dass die Flagge gemeinsam mit Schülerinnen selbst gebastelt worden war. Die Eltern hatten kritisiert, dass ihre Tochter damit zu früh mit Geschlechtervielfalt konfrontiert wurde – auch durch Ausmalbilder mit Dragqueens. Nach vergeblicher Beschwerde bei der Schule reichten sie Klage ein.

Das Gericht sah darin keine unzulässige politische Indoktrinierung. Die Flagge ist Ausdruck des Selbstverständnisses bestimmter Gruppen und durch Verfassung und Schulgesetz gedeckt. Außerdem sei sie an der Schule auch Schutzsymbol: Dort arbeitet eine Transperson, zwei Kinder mit Transidentität werden betreut. Die Ausmalbilder sollen künftig nicht mehr ausgelegt werden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Die „Progressiv Pride“-Flagge ist um bestimmte Farben und Symbole ergänzt, um die Inklusion und bestimmte Gruppen innerhalb der LSBTIQ+ Communities hervorzuheben. Neben den Regenbogenfarben bilden sie zusätzlich die Farben der Trans, Intersex und der People of Color ab.

MANEO zeigte Präsenz und erhielt viel Zuspruch

Marzahn, 21.06.25 – Mit einem Infostand präsentierte sich MANEO auf dem Straßenfest beim Marzahn-Pride, auf dem ein buntes und vielfältiges Programm präsentiert wurde. Etwa 1.100 Personen hatten an der LSBTIQ+ -Veranstaltung teilgenommen.

Viele Interessierte informieren sich über die Angebote von MANEO und berichten bei dieser Gelegenheit auch von selbsterfahrenen Diskriminierungen, Bedrohungen oder gewalttätigen Übergriffen. Viele Besucher*innen danken sich ausdrücklich für das Engagement unserer Mitarbeiter. Unseren Stand betreuten Candy Spilski, hauptamtlicher Mitarbeiter, und Nicolai Eschenhagen, ehrenamtlicher Mitarbeiter von MANEO. Am Stand dabei war außerdem Markus Schlegel, LSBTIQ+ Ansprechperson des zuständigen Polizeiabschnitts 33, der viel Zeit für Fragen und Gespräche fand.

Überschattet war die Veranstaltung durch den aggressiven und bedrohlichen Aufmarsch einer Gruppe von Rechtsradikalen, die sich teils sehr junge Menschen angeschlossen hatten. Diese hatten immer wieder nach Gelegenheiten gesucht, den LSBTIQ+ Event zu stören und Teilnehmende auf den Zu- und Abgangswegen einzuschüchtern. Doch die Polizei zeigte deutlich Präsenz und verhinderte so Übergriffe. Für die Arbeit und den Schutz durch die Berliner Polizei möchten wir ausdrücklich Danke sagen.

Täter aus Volkspark Friedrichshain verurteilt

Gestern hat das Amtsgericht Tiergarten zwei Männer zu elf Monaten Haft auf Bewährung und zur Zahlung von Schmerzensgeld in Höhe von jeweils € 5.400 verurteilt, die vor einem Jahr im Volkspark Friedrichshain zwei küssende Männer geschlagen und getreten hatten. Der Fall sorgt auch bundesweit für Aufmerksamkeit. Die beiden Geschädigten wurden von MANEO psychosozial und rechtlich beraten und traten im Prozess als Nebenkläger auf.

Zwar fühlen sich beide Geschädigten aufgrund der Tat heute in Berlin nicht mehr so sicher, zeigt sich vom Urteil aber erleichtert, insbesondere, weil das Gericht den menschenverachtenden Hintergrund der Tat klar festgestellt und sehr deutlich gemacht hat, dass die Bewährung umgangen widerrufen werde, sollte gegen die verfügenden Auflagen verstoßen werden.

„Wir möchten Betroffene ermutigen, LSBTIQ+ – feindlichen Übergriffe nicht tatenlos hinzunehmen. Zeigt Übergriffe an und wendet Euch gerne an zielgruppenspezifische Fachopferhilfe. Wir beraten und unterstützen Betroffene, Zeugen und Angehörige“, so MANEO-Leiter Bastian Finke.